ESV Forstservice

Schonende Holzernte

Ein Artikel von Philipp Matzku (für derwaldbauer.at bearbeitet) | 04.04.2022 - 13:28

Im März 2021 übergab der österreichische Vertriebspartner Reinhold Kopf, Admont, den 4-Rad-Forstspezialschlepper Equus 175 N UH an den Kärntner Forstdienstleistungsunternehmer Erich Vallant aus Guttaring. Der Knickschlepper wurde mit dem 7,5 m-Hydraulikkran Equus 120 mit einem Hubmoment von 120 kN ausgeliefert. Der Gripen 035 Sortiergreifer sowie der Harvesterkopf Nisula 555 H sind mithilfe des Schnellwechselsystems rasch und problemlos umzurüsten. „Ich kann mit nur einer Maschine zwei Arbeitsschritte – nämlich Holzbringung und -ernte – abdecken und dabei noch Sprit sparen. Das erhöht meine Arbeitsqualität deutlich“, bekräftigt Vallant.

Naturnaher Waldbau

Vallant arbeitet derzeit mit dem Knickschlepper in einem 300 ha Privatwald in der Nähe seines Heimatortes. In dem Bergwaldbetrieb (Seehöhe 1250 bis 1500 m) kommen Fichten (65 %), Lärchen (25%) sowie Kiefern (10%) vor.

Der Betriebsleiter Walter Bergmeister schwört auf Strukturdurchforstung und Einzelstammnutzung. „Wir haben einen Hiebsatz von 400 bis 500 fm bei einem Zuwachs von 600 bis 700 fm/J und setzen zu 100% auf Naturverjüngung“, erklärt Bergmeister.

Flexibles Multitalent

Vallant ist in Bruck/Mur in die Forstschule gegangen, hat mehrere Jahre seine Tätigkeit als Förster ausgeübt, bevor es sich 2018 mit dem ESV Forstservice selbstständig machte. „Ich arbeite zumeist alleine oder zu zweit und brauche eine Maschine, mit der ich möglichst viele Arbeitsschritte von der Fällung, Aufarbeitung über die Bringung bis zum Poltern erledigen kann – sowohl im Gelände als auch in der Forststraße“, erklärt Vallant. Er ist meist im Privatwald in der Region unterwegs, sodass die Straßenzulassung des Equus mit einer Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h auch auf Forstwegen bei einer Reichweite bis zu 100 km sehr hilfreich ist. 

Der Equus-Knickschlepper ist mit einer Länge von 7,85 m, einer Breite von 2,45 m, einer Höhe von 3 m sowie 15 t Gesamtgewicht sehr kompakt und hat einen sehr niedrigen Schwerpunkt, was ihn laut Hersteller für einen Einsatz bei schwierigen Geländeverhältnissen prädestiniert. Der Forstschlepper ist mit einem 4-Zylinder Cummins-Motor mit 4,5 l Hubraum, 175 PS ausgestattet und erfüllt die EU-Abgasnorm V. Das Hydrostatgetriebe hat drei automatische und zwei mechanische Gänge. Der Hubmoment des Equus 120 Hydraulikkrans liegt bei 120 kN, der Verbrauch im Winden- bei bis zu 5 und im Vollernterbetrieb bei rund 10 l/h. Beide Trommeln der Doppeltrommelwinde hat eine 15 t-Zugkraft und kann bei einem 16 mm Dynaforce-Seil bis zu 140 m ausgespult werden. 

Vallant fährt in jede Fläche bis zu dreimal hinein. Das Stark- und Sägeholz wird in der Regel motormanuell geerntet. Für schwächeres Holz in der Endnutzung sowie der Erst- und Zweitdurchforstung nutzt Vallant das Nisula Harvesteraggregat 555 H (550 mm Schnittlänge). Das Langholz oder Abschnitte werden mithilfe des Gripen-Greifers (1,88 m Öffnungsweite, maximale Belastung 5000 kg) aus dem Bestand gezogen und auf der Forststraße in Stark-, Säge-, Industrie- und Energieholz sortiert. Die dritte Fahrt in die Fläche dient dazu, um den Schlagabraum zu sammeln. „Wir lassen, um den Jungwuchs zu schützen, das Grünzeug zusammen gefrattet im Bestand,“ informiert Bergmeister.

Geländegängigkeit

Den ersten Kontakt mit Reinhold Kopf hatte der Kärntner Forstunternehmer 2019 auf der AUSTROFOMA in Forchtenstein. „Ich hatte damals einen Bagger mit Prozessorkopf, wo ich mich letztlich nur auf Forststraßen und nicht im Bestand bewegen konnte. Für Mobilseilkräne ist das Gelände hier in der Gegend nicht optimal geeignet und mit der Seilwinde komme ich recht schnell an Grenzen, wenn ich weder auf Rückegassen noch in die Fläche mit meiner Maschine fahren kann. Der Knickschlepper von Equus gibt mir genau diese Flexibilität. Ich kann die Maschine viel besser auslasten, als es noch mit dem Bagger möglich war“, verdeutlicht Vallant. 

Einen Vertriebs- und Servicepartner in Österreich war dem Kärntner sehr wichtig. „Ich hatte auch die Möglichkeit, das Equus-Stammwerk in Banská Štiavnica zu besuchen und dort die Holzerntemaschine im Wald selbst zu testen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Forstschleppers ist wirklich super“, lässt Vallant wissen. „Erich und ich haben die gleichen Vorstellungen von naturnahem, nachhaltigem Waldbau. Der neue Knickschlepper erfüllt alle unsere Vorstellungen von einer modernen Holzernte mit Forstgroßmaschinen. Angefangen von der Bodenschonung über die selektive Schlägerung und Herausnahme von Bedrängern der Z-Bäume bis hin zu einer qualitativ hochwertigen Sortieren und Poltern des Holzes“, ergänzt Bergmeister abschließend.