Waldbauer Bernd Mußbacher-Wallmann

Säge im Baukastensystem

Ein Artikel von Philipp Matzku (für derwaldbauer.at bearbeitet) | 03.05.2021 - 11:02
Logosol_Menschen1_WT0521.JPG

Sehr gute Kommunikation: Alexander Höllweger, Margot Ziehfreund, Erich Weichenberger, alle Logosol Österreich, Bernd Mussbacher-Wallmann (v. li.) © Philipp Matzku

Insgesamt 120 ha Wald besitzt der „Gregorbauer“ im steirischen Gußwerk. Mußbacher-Wallmann schlägt sein eigenes Holz, transportiert es mit seinem eigenen Traktor und 8 t-Rückewagen von Trejon aus dem Wald und verkauft direkt an die regionale Holzindustrie. „Ich benötige selbst viel Holz und kenne seinen Wert. Es macht für mich immer weniger Sinn, Rundholz aus meinem Wald zu verkaufen und dann Schnittholz teuer wieder zurückzukaufen“, erläutert der Waldbauer. Mit einer eigenen Bandsäge habe er mehr Einfluss auf die Ausbeute eines jeden einzelnen Stammes. Hochwertiges Holz von guter bis sehr guter Qualität soll aber weiterhin an die Holz- und Sägeindustrie verkauft werden, rund 100 fm/J will Mußbacher-Wallmann aber behalten und selbst verarbeiten.

Alles Holz wird verwertet

Logosol_BT1001_WT0521.JPG

Die B1001 Bandsäge von Logosol kann Stämme bis zu einem Durchmesser von 1001 mm verarbeiten © Philipp Matzku

Die Sortimentspalette ist klein, aber sehr breit gestreut. Zielgruppen sind Waldbesitzer und -bauern aus der Region sowie Hausbesitzer. „Ich kann das Holz zu einem sehr guten Preis anbieten, da das Holz aus meinem
eigenen Wald kommt und die Kosten eines zusätzlichen Einschlagunternehmens, Rundholzhändlers oder -verarbeiters wegfallen.
Im vergangenen Winter hat Mußbacher-Wallmann, „anstatt Käferholz billig zu verkaufen, Mondholz geschnitten“ und ist davon überzeugt, „auch aus dem Kern des Faserholzes hochwertiges Holz herauszuschneiden“. Das Rundholz wird zu 100 % verarbeitet. Seitenware ist gutes Brenn- und Anzündholz und konische Baumstämme sind hervorragend als Zaunpfosten und -bretter geeignet.

Sägetechnik „made in Sweden“

Logosol_Smartset_WT0521.JPG

Mit dem Logosol Smart Set kann das Sägewerk vollständig digital gesteuert werden © Philipp Matzku

Vorteile der B1001 mit dem 23 PS-Benzinmotor und dem Trailer Kit sieht Mußbacher-Wallmann in dem sehr stabilen doppelt geführten Sägekopf mit der maximalen Blockbreite von 850 mm. Die Mobilversion ermöglicht ihn, bei größeren Aufträgen beim Kunden zu sägen. Kleinere Mengen können mit Rückewagen zu ihm geliefert werden oder er holt diese selbst beim Kunden ab und bringt sie zu seiner Säge.
In der Grundausführung können 4,8 m lange Stämme gesägt und Durchmesser von bis zu 1001 mm bearbeitet werden. Eine Verlängerung des Sägebettes ist bei Bedarf möglich. „Eine speziell entwickelte Rohrunterkonstruktion für die Laufschiene optimiert die Torsionsfestigkeit, wodurch das robuste Sägebett auch bei schwersten Stämmen absolut gerade bleibt“, informiert Alexander Höllweger, Österreich-Vertrieb bei Logosol.
„Das Smartset hat einen automatischen Vorschub, eine digitale Höheneinstellung, zwei Speicherplätze und ich kann von hinten alles sehen und muss nicht beim Sägen mit dem Sägekopf mitlaufen“, betont Mußbacher-Wallmann. Das Smart-Set besteht aus intelligenten Elektromotoren und einer modernen digital steuerbaren Benutzeroberfläche. Es hat laut Hersteller eine Genauigkeit von 1/100 mm.
„Mit dem von Logosol angebotenen Baukastensystem kann ich als Kunde klein anfangen und je nach Bedarf und Marktlage weiteres Zubehör kaufen. In dem Baukastensystem sind beispielsweise die patentierte Stammklemmung, mit der man bis auf 24 mm runterschneiden kann, das Smart-Set und die modulare Bauweise des Sägebettes. Unser gesamtes Zubehör sowie jedes neue ist zum Nachrüsten und komplett mit allen Vorgängerversionen kompatibel“, betont Erich Weichenberger, Techniker bei Logosol Österreich.
Die Sägeblätter werden vom Premiumpartner Bahco geliefert, wobei Logosol ein eigenes Schärfgerät anbietet. „Viele Kunden schärfen selbst, aber spätestens das Schränken sollte von unserem hauseigenen Schärfservice übernommen werden“, erläutert Höllweger.

Service wird großgeschrieben

Logosol_Service_WT521.JPG

Service und Einschulung ist bei Logosol sehr wichtig © Philipp Matzku

Alle Maschinenteile werden in Schweden gefertigt. „Das garantiert auch unter Pandemiebedingungen Lieferzeiten von vier bis sechs Wochen“, betont Höllweger. Der Kauf der B1001 wurde Ende September 2020 in Auftrag gegeben und die Maschine inklusive kompletter Typisierung im Dezember ausgeliefert. Jede in Österreich ausgelieferte Maschine werde von Logosol persönlich übergeben und die neuen Besitzer bekommen eine ausführliche vor Ort Einschulung. Weichenberger, selbst gelernter Sägewerksmeister und auch zuständig für den Service bei Logosol Österreich, überprüft die Grundeinstellungen, erklärt die Schnitttechniken, wie die individuellen Anforderungen an die Maschine am besten umgesetzt werden und wie der Standplatz der Maschine aussehen soll. „Uns sind Service und kurze Kommunikationswege sehr wichtig. Mit einer ordentlichen Einschulung über einen halben Tag erspare ich mir viel Zeit am Telefon“, so Weichenberger.
„Langfristig werden wir Kurse über Werkstofftechnologie und Sägetechnik anbieten und einmal im Monat ist unser Sägertag. In dem eigenen Schauraum in Golling an der Salzach sind alle Maschinen und Produkte vorführfähig ausgestellt“, informiert Höllweger. Er besitzt selbst seit 2004 ein Logosol-Sägewerk und ist seit 2018 für den Österreich-Vertrieb zuständig.