Forstpraxis

Standortgerecht aufforsten

Ein Artikel von Philipp Englender, Maschinenring (bearbeitet für derwaldbauer.at) | 25.02.2021 - 09:03
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Herkunft und Qualität des Pflanzmaterials sind für den späteren Erfolg von großer Bedeutung. © Maschinenring

Aufgrund des Klimawandels, der sich in den nächsten Jahrzehnten weiter zuspitzen wird, ist im Großteil Österreichs die Aufforstung von Laubmischwäldern sinnvoll. Diese ist kosten- und arbeitsintensiv, daher sollte sie richtig angegangen werden.

1. Die passende Baumart für den richtigen Standort
Am Standort wirken verschiedenste Umweltbedingungen auf den Baum ein: Sonneneinstrahlung, Temperatur, Niederschlagshöhe, Luftfeuchtigkeit, das Geländerelief und natürlich der Boden. Jede Baumart hat eigene Ansprüche, daher ist die Wahl der richtigen Art untrennbar mit dem jeweiligen Standort verbunden und muss gut durchdacht werden!

2. Herkunft und Qualität
Die Qualität des Pflanzenmaterials ist die Basis für den Aufforstungs-Erfolg und den späteren wirtschaftlichen Erfolg. Schlechte Qualitäten (Krummwuchs, Starkastigkeit etc.) oder eine Herkunft, die nicht zum neuen Standort passt und hohe Ausfallsquoten mit sich bringt, kann das Betriebsergebnis negativ beeinflussen bzw. zu Problemen mit der Gesundheit und Sicherheit des Waldes führen.

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Der Pflanzabstand hängt von der Baumart und der Aufforstungsfläche ab. © Maschinenring

3. Der richtige Pflanzverband
Der Pflanzabstand ist weitgehend von der Baumart und der Beschaffenheit der Aufforstungsfläche abhängig: Bei einem Normalverband sind – mit Ausnahme der Buche – Reihenabstände von 2 bis 2,5 m die Regel. Vorteil ist, dass die gewünschte astfreie Stammlänge meist ohne intensive Pflege wie Formschnitte oder künstliche Astung entsteht. Bei Reihenabständen von 3 bis 12 m spricht man vom Weitverband. Vorteile hiervon sind, dass weniger Pflanzen gesetzt werden müssen, Aufforstungskosten werden reduziert. Dafür ist die Pflege intensiver, um astfreie Stämme zu erreichen. In Trupps gepflanzte Bäume, vor allem Eichen, treiben sich durch innerartliche Konkurrenz gegenseitig in die Höhe. Innerhalb des Trupps sollte mit ausreichend Abstand (mind. 1 m) gepflanzt und regelmäßig gepflegt werden.

4. Pflanzen richtig behandeln und setzen
Forstpflanzen sollten möglichst frisch geholt und sofort gesetzt werden, sie dürfen nie austrocknen. Die Lochpflanzung eignet sich für alle Bäume, insbesondere für Herz- und Pfahlwurzler wie die meisten Laubbäume. Falsche Aufforstungsmethoden wie Winkelpflanzung oder eine unsachgemäße Durchführung führen zu Wurzeldeformationen und schlechtem (An-)Wuchs!