Auf die Kombi kommt es an

Ein Artikel von DI Andreas Fischer, Land- und Forstwirt | 01.10.2020 - 13:46

Für den Einsatz stellte das Innviertler Unternehmen Lasco sowohl den hydraulischen Kombiaufsatz Triskorp (3-fach Kombi), Type Roli 10 K, Modell TD7 (Baujahr 2019), als auch den neuen Duoskorp (2-fach-Kombi) zur Verfügung. Ziel war es, Langholz mit Durchmessern bis etwa 50 cm unkompliziert und rasch zu Brennholz weiterzuverarbeiten. Auch verwachsene Eschen sowie stärkere Meterware von Fichte lagen für diese Zwecke am Lager bereit.

Abstimmung mit Trägerfahrzeug

Mittels eines hydraulischen Schnellwechslers ließ sich das jeweilige Anbaugerät rasch fixieren. Um die Aggregate mit der Zusatzhydraulik des Minibaggers zu verbinden, mussten die beiden Hydraulikschläuche des jeweiligen Kombigeräts am bereitstehenden 5-Tonnen-Bagger (Takeuchi TB 150, ohne Powertilt) mit den beiden 22-L-Hydraulik-Schraubkupplungen fest verschraubt werden. Nach den Empfehlungen des Herstellers wurde am betreffenden Steuerkreis einen Maximaldruck von 200 bar vor Arbeitsbeginn eingestellt. 

Duo schneidet alles kurz und klein

Das manövrierfreudige 2-fach-Kombiaggregat lässt sich mithilfe eines Endlos-Rotators  schnell und zielgerichtet bewegen. Die neue Sägen- und Zangeneinheit spart somit Zeit und Mühen beim Ausrichten und Ablängen am Brennholz- und Hackgutplatz. Der Duoscorp arbeitet mit Folgesteuerung über den doppelt wirkenden Hydraulikanschluss. Die integrierte Harvestersäge mit einer Schwertlänge von 75 cm wartet mit einer Leistung von 14,4 kW (knapp 20 PS) bei 50 l/min auf. Sie wird mithilfe eines hydraulischen Schwenkwerks gesteuert, nachdem das Holz mit der Holzzange (LA1200 HZ) fest fixiert worden ist. Die Öffnungsweite des Greifers beträgt maximal 1200 mm, die Zangenschließkraft 11,6 kN (rund 1,2 Tonnen). Sämtliche Fettbuchsen sind mit Schmiernippelschutz ausgestattet. Der Sägedurchmesser ist mit etwa 60 cm begrenzt. Das Aggregatgewicht kommt auf rund 175 kg (ohne Anbauplatte). Maßgeblich für den Arbeitserfolg ist eine gut instand gesetzte Sägekette. 

Hydraulik-Trio hebt, spaltet und schneidet

Das 3-fach-Kombiaggregat verfügt neben der Zange und der Säge noch über einen leistungsstarken Kegelspalter (Roli 10.0 K). Das damit verbundene höhere Gewicht liegt bei etwa 330 kg (ohne Anbauplatte). Für den Betrieb des Triscorp benötigt man neben dem doppelt wirkenden 22L-Anschluss zusätzlich noch ein elektronisches Umschaltventil (12 Volt) zum abwechselnden Betrieb von Säge oder Kegelspalter. Der seitens des Herstellers empfohlene Betriebsdruck für den Säge- und Spaltbetrieb, die Literleistung (30 bis 60 Liter pro Minute) sowie die Kettengeschwindigkeit sind mit dem Duoskorp vergleichbar. 

Der Kegelspalter mit einem Hauptdurchmesser von 28 cm besitzt ein Eigengewicht von 135 kg. Ein kleiner Hydraulikmotor im Ventilblock sorgt gemeinsam mit einer gut gelagerten 70er-Welle für einen maschinenschonenden, getriebeunterstützenden Antrieb des Kegels. Eine doppelte Schrägrollen-Lagerung fängt hierbei auch hohe Axial- und Radialkräfte auf. Am Kegel vorne sticht eine kleine, gehärtete Bohrerspitze ins Auge. Diese kann im Falle eines Gebrechens oder der einsatzbedingten Abnutzung mithilfe von Spanstiften einfach ausgetauscht werden. Der Stückpreis für ein solches Teil beträgt rund 240 € zzgl. MwSt. Das Einbohren in steinigen Unterboden oder harten Beton auf Lagerplätzen sollte daher vermieden werden. Das Spalten geht rasch und unkompliziert vor sich. Bis zu drei Meter lange Bloche lassen sich auf einmal spalten. Längere Stücke werden mit mehreren Bohrungen Zug um Zug aufgetrennt. Die beste und sicherste Arbeitsmethode ist, den Stamm im rechten Winkel zum abgesenkten Planierschild zu platzieren. Danach bohrt man den Gewindekegel am gegenüberliegenden Ende des Bloches oder bei kurzen Stücken mittig ein. Platzt das Holz einmal durchgängig auf, lässt sich der Bohrer bequem durchs Holz ziehen. Jedes Stück kann beliebig oft weiter aufgetrennt werden. Der Gewindekegel bohrt sich, ohne zu „mehlen“, ins Holz, damit fallen am Aufarbeitungsplatz auch wenig Feinanteile an. Selbst größere, verwachsene Stämme oder Wurzelstöcke konnten mühelos zerkleinert werden. 

Fazit

Beide getesteten Modelle stellen eine wesentliche Arbeitserleichterung dar. In wenigen Stunden bringt das viel an Output – und das bequem von der Fahrerkabine aus bei jedem Wetter. Der Baggerführer arbeitet außerhalb des Gefahrenbereichs, mitwirkende Helfer am Platz müssen auf ausreichenden Sicherheitsabstand achten.Die Aggregate sind robust ausgeführt und die Hydraulikschläuche ringsum gut geschützt. Die Holzzangen halten durch die Kastenbauweise und großzügige Dimensionierung sämtlicher Teile, wie der Zylinder, Umlenkstangen, Gleitlager, gewaltigen Beanspruchungen stand. Zudem setzt der Hersteller in der Verarbeitung auf qualitativ hochwertige Materialien (Hardox etc.). Die Säge bleibt bei den Kombigeräten das schwächste Glied in der Kette. Sie ist anfällig für Verschmutzung und sollte in regelmäßigen Abständen kontrolliert und instand gesetzt werden. Der laufende Schmierungs- und Wartungsaufwand sind überschaubar. 

Im Vergleich zum anderen Aggregat ist der neue Duoscorp mit Endlos-Rotator etwas wendiger. Dafür ist nach dem Heben und Schneiden Schluss, das noch anstehende Aufspalten der geschnittenen (Meter-)Stücke blieb nicht erspart. 

Der leistungsstarke Triscorp punktet mit drei Funktionen (Sägen, Spalten, Heben). Selbst starke Holzabschnitte am Hackguthaufen konnten so rasch für die bessere Trocknung hirnseitig aufgespalten werden. Mit dem Kegelspalter kann alles bis auf handliche Scheitgrößen aufgetrennt werden. Die Zangenbeweglichkeit ist durch die Vielzahl an Werkzeugen etwas eingeschränkt, dafür übernimmt der Bohrer auch wertvolle Hilfsdienste in der Manipulation. Die Ausgestaltung der Kegelgeometrie, der Steigungen und die hohen Gewindegängigkeiten beruhen auf jahrzehntelangen Erfahrungen. Das bedingt eine hohe Spaltkraft bei gleichzeitig geringem Reibwiderstand und guten Vorschubgeschwindigkeiten. 

Für den Betrieb der Aggregate braucht es eine ausreichend leistungsstarke Trägermaschine samt entsprechender Hydraulikausstattung. Das Heben der Bloche erfordert auch das hierfür nötige Eigengewicht (Kippgefahr). Beim Montieren der Hy- 

draulikschläuche an die Zusatzhydraulik ist auf die richtige Anbringung links und rechts zu achten, ansonsten wird die Säge gar nicht bewegt bzw. stimmt die Drehrichtung des Kegels nicht. Zeit nehmen sollte man sich auch für die empfehlenswerten Feinabstimmungen, insbesondere bei der Sägegeschwindigkeit gab es bei den Aggregaten (Drehrad-Verstellung) aufgrund der verschiedenen Holzarten und Durchmesser einige Male Handlungsbedarf. Summa summarum verlief der Test sehr zufriedenstellend. Die Firma Lasco mit 65 Mitarbeitern beschäftigt sich als heimischer Familienbetrieb seit 1987 mit Trocknungs- und Forsttechnik. Langjährige Erfahrungen, eigens entwickelte Gussformen und Speziallegierungen kommen der Lebensdauer und Produktqualität zugute. Alle verbauten Teile liegen auch auf Lager. 

Neue Lasco-Kombiprodukte im Test
Praktische Beurteilung Duoscorp (Zange + Säge) Triscorp (Zange + Säge  + Spalter)
Ölbedarf + +
Leistung/Output + ++
Handling der Stämme/Manipulation ++ ++ 
Vielseitigkeit (Holzarten, -längen, Ø) ++  ++ 
Sägeschnitt/Holzgüte + +
Stabilität im Betrieb ++  +
Schlauchführung/Schutz ++  ++
Verschleiß und Abnutzung k.A. k.A.
Bohrkegelaufbau fehlt wechselbare, gehärtete Spitze
Spalten von Weich- und Hartholz nicht möglich ++
Brennholzzerkleinerung/-aufbereitung o ++
Preis (VK) in Euro exkl. MwSt. ab 9990,- ab 15.110,-
Technische Daten
  Duoscorp (Zange + Säge) Triscorp (Zange + Säge + Spalter)
Gewicht in kg (ohne Anbauplatte) 175 330
Typisches Einsatzgewicht (in Tonnen) 5,5 bis 15
Motorisierung fehlt einmotorig (Kegelspalter)
Ölmenge (Liter pro Minute) 30 bis 60
Max. Hydraulikdruck in Bar bis 200 bar
Holzzange LA1200HZ, Öffnungsweite (mm) 1200
Max. Holzdurchmesser (mm), Heben 1000 bis 1100
Schwertlänge in cm 75
Max. Sägedurchmesser (mm) 60
Schnittgeschwindigk. (m/sec) bis 20