Für große Kaliber: Bohren, spalten – fertig

Ein Artikel von DI Andreas Fischer, Land- und Forstwirt | 15.10.2018 - 15:34
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DI Andreas Fischer, Lasco

Im mehrwöchigen Fokus stand die Lasco-Type M2-5.2 S, Modell GVN. Das Aggregat wurde inklusive einer verschraubten Universalkompaktplatte und der gewünschten Cat-Aufnahme im Kofferraum eines VW Amarok geliefert. Von hier aus war es in wenigen Minuten an einen Takeuchi TB290 Mini- und Kompaktbagger angeschlossen. Nachdem die Drehrichtung falsch rum lief, mussten die Anschlüsse (doppelt wirkend) kurzum links und rechts umgedreht werden. Der Kegelspalter wiegt ohne Aufnahme rund 135 kg.

Lasco-Kegelspalter Type M2 - 5.2 S, Modell GVN

Technische Daten

Länge 400 cm
Gewicht  ca. 320 kg (inkl. Aufbauplatte)
Typisches  Einsatzgewicht 3 bis 8 Tonnen
Kegeldurchmesser  40 cm
Kegelaufbau  wechselbare, gehärtete Spitze
Motorisierung  zweimotorig, max. Arbeitsdruck 200 bis 270 bar
Kraftübertragung  großer Ventilblock, 100 mm-Welle
Ölmenge 
15 bis 50 Liter pro Minute

Zum Trägerfahrzeug

Mit einem Einsatzgewicht von rund 9 Tonnen (Mindestempfehlung: 7,5 Tonnen) und einem 4-Zylinder-Turbo-Dieselmotor stemmte der beigezogene Bagger 70,1 PS (51,6 kW) bei 2.000 U/min. Das Gefährt verfügt serienmäßig über vier hydraulische Steuerkreise, drei davon sind (zur präzisen Bedienung)  proportional gesteuert. Am ersten Steuerkreis war eine Literleistung bis zu 100 l/min einstellbar. Für den Test reichten 50 l/min und ein Maximaldruck von 270 bar aus. Beim testweisen Einbohren mit Einstellungen unter 30 l/min bzw. 200 bar kam der Kegelspalter, vor allem bei längeren astigen Stücken, schnell ins Stocken.

Geschaffen für große Kaliber

Für den Praxistest lagen hauptsächlich durchmesserstarke (zwischen 50 und 90 cm), bis zu 4 m lange Bloche, meist zäh verwachsene Buchen und Pappeln, sowie Meterware von Esche und Fichte zum Spalten bereit. Die beste und sicherste Arbeitsmethode ist, den Stamm im rechten Winkel zum abgesenkten Planierschild (2.200 mal 500 mm) zu platzieren. Danach bohrt man den Gewindekegel am gegenüberliegenden Ende des Bloches oder bei kurzen Stücken mittig ein.                                          Platzen diese nicht gleich auf, zieht man den Bohrer bequem in Richtung Führerhaus durchs Holz. Jedes Stück kann so beliebig oft weiter aufgetrennt werden, auch kurze Abschnitte sind so klein zu bekommen.

Aufbau und Lagerung

Das Gehäuse des Kegelspalters ist stabil und robust verarbeitet. Ein verschraubter Deckel am Gehäuse eröffnet den Zugang im Fall von Reparaturen oder Wartungsarbeiten. Der Kegeldurchmesser beträgt 400 mm. Bei näherer Betrachtung sind vier getrennte Gewindegänge am Kegel aufgefallen. Die Führung der Hydraulikschläuche ist gut gelöst, sodass kein Scheuern während der Arbeit aufgetreten ist. Die in den Bagger integrierte Powertilt-Ausstattung hatte den Vorteil, dass das Anbaugerät auch seitlich hin und her geschwenkt werden konnte. 

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Machart des verschleiß- und wartungsarmen Drillkegels. Eigens entwickelte Gussformen und Speziallegierungen kommen der Lebensdauer des Kegelspalters zugute. Die gehärteten Kegelspitzen (Stückpreis: rund 180 €) können im Fall eines Gebrechens oder der einsatzbedingten Abnutzung mithilfe zweier vorne befestigter Spanstifte einfach ausgetauscht werden. Der Verschleiß dieses hauptbeanspruchten Teils hängt vor allem vom Können und „Maschinenherz“ des Maschinenführers ab. Das Einbohren in steinigen Unterboden oder harten Beton auf Lagerplätzen ist jedenfalls Gift, laut Hersteller hält eine Spitze im Schnitt 3 bis 4 Jahre lang.

Effiziente Leistung und Manipulation

Für den Arbeitsfortschritt verantwortlich ist ein großer Ventilblock. Zwei kleinere Hydraulikmotoren sorgen für den getriebeunterstützten Antrieb des Kegels. Diese werden während des Betriebes einzeln angesteuert. Bei leicht spaltbaren Holzstücken läuft nur ein Motor. Er dreht sich aufgrund des kleineren Kammervolumens schneller. Der zweite Motor wird erst bei   >   höherem Kraftbedarf auf Kosten von Geschwindigkeit zugeschaltet. Die Spezialmotoren und das gegengelagerte Getriebe sorgen für eine kompakte Leistung. Die Kraftübertragung erfolgt maschinenschonend über eine 100 mm-Welle mit doppelter Schrägrollen-Lagerung. Somit können auch extreme Axial- und Radialkräfte gut abgefangen werden. Selbst größere, verwachsene Stämme oder Wurzelstöcke konnten mühelos zerkleinert werden. Mitunter musste man den Kegelspalter mehrmals versetzt einbohren. Das Handling der Bloche bzw. gespaltenen Holzstücke war äußerst praktisch. Nach dem Festbohren (frei nach dem Korkenzieher-Prinzip) konnte das Holz gut von einem zum anderen Ort bewegt und am Lager sortiert werden.

Fazit

Seit dem Startschuss der ersten Generation (vor etwa 15 Jahren) hat sich vieles maschinentechnisch weiterentwickelt. Im Vergleich zu früher schaffen die heutigen Kegelholzspalter bei gleichem Kraftbedarf den etwa vierfachen Output. Eine ausgeklügelte Kegelgeometrie mit dazu passenden Steigungen und Gewindegängigkeiten ist das A und O für ein erfolgreiches Spalten. Essenziell ist eine hohe Spaltkraft bei gleichzeitig geringem Reibwiderstand und guten Vorschubgeschwindigkeiten. Im Test wurden diese Erwartungen allesamt erfüllt. Da der Kegelspalter nicht, wie früher üblich, am Traktor mit Zapfwellenantrieb aufgebaut ist, sondern in sicherer Entfernung zum Anwender, hat sich auch das Unfallrisiko deutlich reduziert. Sicherheitsabstände sind dennoch einzuhalten. 

Das Aggregat ist am Bagger bestens aufgehoben. Wer viel Durchsatz braucht und für wen Schnelligkeit ein Thema ist, der ist hier richtig bedient. Der getestete Lasco-Spalter kostet in seiner Grundausstattung ohne Aufnahme rund 6.000 € zzgl. USt. Einsteigermodelle dieser Serie werden bereits ab 1800 € netto angeboten. Auf Kundenwunsch lassen sich die Aggregate auch am Hoftrac, Front- und Hoflader bzw. Rückewagen (A-Abstützung) etc. aufbauen. Als Zubehör gibt es  Anbaurahmen für Kegelspalter, Holzzangen und Rotatoren. Damit eröffnen sich für Waldwirtschaftsgemeinschaften und Lohnunternehmer interessante Möglichkeiten.

Mithilfe eines Schnellwechselsystems können Kegelspalter auf Anfrage auch mit anderen Anbaugeräten (Erdbohrern, Stockfräsen, Kehrbesen, Wildkrautbürsten etc.) bestückt werden. 

Der Hersteller und Ausrüster firmiert als österreichischer Familienbetrieb mit 50 Mitarbeitern in Pöndorf und beschäftigt sich seit 1987 mit Trocknungs- und Forsttechnik. Alle seither verbauten Teile hat Lasco laut eigenen Angaben auch auf Lager. Das verspricht kurze Stand- und Wartezeiten.

Lasco-Kegelspalter Type M2 - 5.2 S, Modell GVN
Praktische Beurteilung
 
Kegelgeometrie  ++
Ölbedarf  o
Leistung  ++
Handling der Stämme  +
Vielseitigkeit (Holzarten, -längen, Ø)  ++
Spalten schweren Hartholzes  ++
Bearbeitbarkeit von Weichholz  +
Holzgüte/wenig Feinanteil  +
Stabilität im Betrieb  +
Schlauchführung  o
Verschleiß und Abnutzung  k. A.
Einsatzbereiche in der LW und FW  ++
Preis-Leistungs-Verhältnis  +

Fakten-Überblick

Lasco-Kegelspalter, Type M2-5.2 S, Modell GVN

  • Besonders für starkes, verwachsenes Holz geeignet
  • Aufbau auf Trägerfahrzeuge mit Hydraulik, meist Bagger ab 7,5 Tonnen
  • Zwei Hydraulikmotoren, kompakte Lagerungen
  • Der Ölbedarf des Aggregats wird mit 50 l/min. angegeben.
  • Der optimale Öldruck beträgt 270 bar.
  • Einsatz mit Kegelspitzenach oben oder unten möglich
  • Hohe Spaltleistung, Arbeitsgeschwindigkeit sinkt mit steigendem Kraftbedarf.
  • Überdimensionierte Ausführung aller beanspruchten Teile
  • Geringer Wartungsaufwand