Purer Idealismus

Ein Artikel von Elisabeth Feichter | 03.12.2019 - 09:42

Wie der Name schon verrät, setzten sich die Mitglieder des Vereins zur Förderung des Waldes für naturnahe Waldbewirtschaftung und sinnvolle Holzverwendung in der Region ein. Obmann Gerhard Blabensteiner verrät uns im Interview, wie es dazu kam und welche Projekte auf der Agenda stehen. 

Begonnen hat alles 2011, im „Jahr des Waldes“. Gerhard Blabensteiner, Herbert Grulich und Doris Maurer veranstalteten einen Informationsabend im Waldviertel, an dem das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes in der Region dargelegt wurde. Aufgrund vermehrter Anfragen entschloss man sich zur Vereinsgründung, heute besteht er aus 40 Mitgliedern, darunter einige namhafte Branchenvertreter. „Wenn wir auf der Suche wären, hätten wir bestimmt die dreifache Anzahl“, meinte Blabensteiner. 

Alles Ehrenamtlich

Zu den definierten Zielen des Vereins gehören, den Wald als Erholungsquelle, jedoch auch als Wirtschaftsfaktor in den Fokus zu rücken und die Holzverwendung zu fördern. „Unser Verein wird von niemandem finanziell unterstützt und wir verdienen auch nicht daran“, stellte der Obmann klar. Er hofft jedoch, dass die Bemühungen irgendwann Früchte tragen werden, beispielsweise in Form von faireren Holzpreisen oder im Rückgang der Abwanderung. Der Verein möchte zur Region und zu deren Wirtschaft etwas beitragen, es sei immerhin ihr Lebensraum. Blabensteiner, der auch für die Aussteller der Wieselburger Messe verantwortlich ist, möchte dort einen forstlichen Treffpunkt schaffen. An der Forst- und Holzbranche hängen etwa 300.000 Arbeitsplätze, sie habe eine enorme Bedeutung in Österreich. Der Aktionsradius des Vereins habe sich mittlerweile auf Niederösterreich ausgeweitet und es sei jeder willkommen.

Brennpunkte thematisieren

Ein Mal jährlich veranstaltet der Verein zur Förderung des Waldes einen Informationsabend. Wichtig sei es, gewisse Themen aufzuzeigen. „Beispielsweise haben wir jetzt die gleichen Holzpreise wie in den 80er-Jahren. Insbesondere jetzt, wo ich für das Rundholz fast nichts bekomme, könnten mehr Gebäude aus dem nachwachsenden Rohstoff entstehen. Warum sieht man immer noch so viele Wirtschaftsgebäude oder Einfamilienhäuser aus ‚Sondermüll’?“, fragt Blabensteiner. In Zukunft sei auch die Politik gefordert, die Holzverwendung zu fördern. Jede Kunststoffindustrie habe ein besseres Marketing. Sogar Möbel mit Holzoptik werden durch Kunststoff ersetzt. Überlegungen, gemeinsam mit großen Verbänden aufzutreten, stehen im Raum. Verlinkungen zur Wirtschaft und Politik sollen künftig ausgebaut werden. „Die nächste Generation denkt anders, sie nimmt den Klimawandel viel ernster“, untermauerte der Obmann.

Tag des Waldes

Am 8. November fand in Martinsberg der fünfte Tag des Waldes statt, dem 350 Besucher beiwohnten. Neben namhaften Referenten, wie dem ZAMG-Meteorologen Dr. Gerhard Wotawa und dem Waldbau-Professor Eduard Hochbichler von der BOKU, gab es eine angeregte Podiumsdiskussion. Der Verein zur Förderung des Waldes hat erstmals eine Kiefern- und Waldprinzessin. Julia Mendlig soll in den nächsten zwei Jahren die Vorteile und Verwendung von Kiefernholz verstärkt in die Öffentlichkeit tragen. Ein Ausblick, wie der Wald in Zukunft aussehen wird, rundete das Programm ab. Im Zuge der Veranstaltung wurde außerdem das neue Projekt 2020 für hofferne Waldbesitzer vorgestellt.

Vereinsziele:

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Gerhard Blabensteiner, Obmann des Vereins zur Förderung des Waldes © H. Blabensteiner

  • Bewusstseinsbildung über die Bedeutung des Waldes für die Region
  • Vernetzung von Waldbesitzern, Wirtschaft, Wissenschaft und Waldnutzern
  • Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden
  • Präsentation von Trends und Studien zum Thema Wald und Holz
  • Informationen für Nichtwaldbesitzer und Waldinteressierte aufbereiten