Österreichs Wälder stark von Wildschäden betroffen

Ein Artikel von Redaktion (für derwaldbauer.at bearbeitet) | 20.12.2022 - 14:32
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Im Winter suchen Wildtiere ihre Nahrung im grünen Dickicht - zum Ärger vieler Waldbewirtschafter. © Copyright (c) 2016 TBalla/Shutterstock.

Schädigungen des Waldes durch Wild und Weidevieh können durch Verbeißen von Keimlingen, Terminal- oder Seitentrieben, Schälen der Rinde, Verfegen (Abreiben der Geweihhaut an jungen Bäumen) oder in Form von Trittschäden auftreten. Wildschäden können auch wirtschaftliche und ökologische Folgen nach sich ziehen.

Top-Gründe für Wildschäden

  • überhöhte Schalenwildbestände
  • zu intensive Waldweide
  • mangelnde Berücksichtigung der Bedürfnisse des Wildes bei der Waldbewirtschaftung
  • Beunruhigung und Verdrängung des Wildes durch Tourismus und Erholungssuchende
  • Siedlungstätigkeit
  • Verkehr

Verbissschäden nehmen durch starken Wildeinfluss zu

Aus den Ergebnissen der Österreichischen Waldinventur 2016 bis 2021 geht eine Verschlechterung der Schadenssituation durch Wildverbiss hervor. Der Anteil verjüngungsnotwendiger Waldflächen mit Wildschäden ist im Wirtschaftswald und Schutzwald angestiegen. Im Durchschnitt weisen 41 Prozent der verjüngungsnotwendigen Flächen Wildschäden auf. Das ergibt ein Plus von 4 Prozentpunkten gegenüber der Inventur 2007 bis 2009. 

Die Ergebnisse des Wildeinflussmonitorings 2019 bis 2021 zeigen, dass in 44% der Bezirke der Wildeinfluss auf die Waldverjüngung angestiegen ist, 40% verzeichneten hingegen eine Verbesserung. Damit hat sich die Gesamtsituation gegenüber der Vorperiode 2016 bis 2018 verschlechtert, in der noch 62% aller Bezirke Verbesserungen aufwiesen. Darüber hinaus sind Mischwälder durch mehr Wildeinfluss besonders von Wildverbissschäden betroffen. Mischbaumarten wie Tanne und Eiche konnten sich in vielen Bezirken nicht über 1,3 Meter hinaus entwickeln.

Schälschäden im Wirtschaftswald gesunken

Schälschäden beschränken sich auf Gebiete mit Rotwildvorkommen und treten überwiegend bei Fichte auf. Erstmals seit den 1990er-Jahren ist der Anteil der geschälten Stämme um einen Prozentpunkt auf 8,5% gesunken. Im Schutzwald sind die Schälschäden allerdings weiter gestiegen. Grundsätzlich brauche es laut Bericht mehr Engagement zur Verringerung des Wildeinflusses und zum Aufbau klimafitter Wälder. 

Quelle: Wildschadensbericht 2021