Wald der Zukunft

Vielfalt als Schlüssel für gesunde Wälder

Ein Artikel von Dagmar Holley (bearbeitet für derwaldbauer.at) | 05.02.2021 - 12:15

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und der Umweltdachverband (UWD) schließen eine Partnerschaft für den „Wald der Zukunft“. Die Kooperation versteht sich als Think Tank für Bewirtschaftung und Schutz der heimischen Waldlandschaften in Klima- und Biodiversitätsfragen. Das Forstunternehmen und die Umweltschutzorganisation bekennen sich zu nachhaltig bewirtschafteten und artenreichen Wäldern – auch im Wirtschaftswald. Forciert werden sollen Mischwälder mit klimafitten heimischen Baumarten wie etwa Tanne, Lärche oder Eiche, die sich in der Vergangenheit als wesentlich resilienter gegenüber Umwelteinflüssen erwiesen haben als Monokulturen. „Mit Biotopbäumen, wie alten Buchen, Eichen oder Ahornen, sowie ausreichend abgestorbenem Holz schaffen die ÖBf schon heute mehr Lebensraum für gefährdete Arten wie Spechte und Insekten", so ein ÖBf-Sprecher. Die Förderung seltener Baum- und Straucharten wie Feldahorn, Wildapfel oder Sanddorn sei ebenfalls ein großes Anliegen. Daneben solle auch der natürliche Baumnachwuchs gefördert und Aufforstungen zurückgenommen werden.

Als Schlüsselelement sieht Gerald Pfiffinger, UWD-Geschäftsführer, ein regional angepasstes Naturraummanagement: „Österreichs Wälder weisen europaweit eine einzigartige Vielfalt an Waldtypen und damit eine enorme Biodiversität auf, die es auch in Zeiten der Klimakrise zu erhalten gilt. Fest steht, dass Vielfalt auch im Wirtschaftswald möglich ist. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die neben der Nutzung auch Maßnahmen für den Biodiversitätsschutz integriert.“

Die ÖBf, die rund 15% der heimischen Wälder betreuen, haben bereits damit begonnen, diese klimafit zu machen. Für jedes der 120 Forstreviere wurde ein eigenes Zukunftskonzept entwickelt, um die Wälder Schritt für Schritt an die kommenden klimatischen Bedingungen anzupassen. Die Zusammenarbeit mit dem UWD ist vorerst für fünf Jahren geplant. Neben der Biodiversität setzt man sich mit der CO2-Speicherfunktion bewirtschafteter Wälder und der Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz im Rahmen der Bioökonomie auseinander.

Waldführungen und eine interaktiven Webseite richten sich an ein breites Publikum, informieren und sensibilisieren die Bevölkerung für das Thema. 

Link: www.wald-der-zukunft.at