Eschlbeck

Wuchshülle aus Furnier statt Plastik

Ein Artikel von Barbara Schuss (für derwaldbauer.at bearbeitet) | 24.09.2020 - 09:48
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Die Wuchshüllen aus Fichtenfurnier sind komplett biologisch abbaubar und es enstehen keine Entsorgungskosten © Eschlbeck

Sie kann im Wald verbleiben, bis sie verrottet ist. Es entfallen somit die Kosten des Rückbaus und der Entsorgung. Bislang werden vor allem Wuchshüllen aus Plastik oder Metallgitter zum Schutz der jungen Bäume verwendet. Großer Nachteil bei den Plastikhüllen ist die Anreicherung von Kunststoffpartikeln im Wald. „Die millionenfache Ausbringung von Plastik in unseren Wäldern passt einfach nicht mehr in unsere Zeit, in der nachhaltige und umweltfreundliche Produkte gefragt sind“, erläutert Eschlbeck.

„Die Wuchshüllen sind einfach auszubringen und die Nachfrage wird in Zeiten des Klimawandels mit Waldumbau, Wiederbewaldung nach Sturmschäden stark zunehmen. Neue innovative Produkte sind gefragt“, so Eschlbeck weiter.

Als Eschlbeck von einem Freund angesprochen wurde, dass man in diesem Bereich etwas entwickeln sollte, machte sich der gelernte Schreinermeister an die Arbeit. Die leichte Wuchs- und Schutzhülle ist aus Holz und Baumwolle. Die 1,6 mm-Fichtenfurnierstreifen werden kreuzweise mit einem lebensmitteltauglichen Leim verpresst und erhalten dadurch Stabilität. Optional kann ein Baumwollvlies miteingepresst werden. Die Wuchshülle wird als Matte ausgeliefert und vor Ort im Wald eingerollt. Die Furnierstreifen greifen beim Einrollen ineinander, wodurch die gerollte Matte eine stabile runde Form annimmt. Zusätzlich wird sie mit einem Holzkabelbinder oben umbunden.

Die ersten Testflächen sind schon angelegt und werden in den kommenden Jahren beobachtet. Die guten Anfangserfolge stimmen Eschlbeck und seine Partner aus der Forstwirtschaft positiv. „Was noch fehlt, ist ein Partner aus der Holzindustrie, der die Hüllen in großen Stückzahlen produzieren kann“, erklärt der Erfinder. Eschlbeck hat bereits ein geeignetes Produktionsverfahren entwickelt. Die Matten können im Onlineverfahren endlos produziert werden.

Eschlbeck war 25 Jahren im Managementbereich in der Fußbodenindustrie und ist seit 2015 selbstständig in den Bereichen Engineering, Beratung und Produktentwicklung tätig. Er hat in den vergangenen Jahren über 50 Patente entwickelt und angemeldet.